Die Legende von Maria vom Felsen
Foto: Alexey Komarov · CC BY 3.0

Die Legende von Maria vom Felsen

Wie die Seeleute von Perast eine Insel von Hand bauten, warum jedes Jahr am 22. Juli noch Steine ins Meer geworfen werden und was du in der Kirche siehst.

Aktualisiert am 1 Min. Lesezeit

Kaum ein Ort in Europa hat eine so ungewöhnliche Geschichte: eine Insel, die existiert, weil Menschen ein Versprechen gehalten haben.

Die Ikone auf dem Felsen

Der Überlieferung nach fanden 1452 zwei Fischer aus Perast eine Ikone der Muttergottes mit Kind auf einem Felsen knapp über den Wellen. Sie deuteten es als Zeichen und gelobten, an dieser Stelle eine Kirche zu bauen.

Eine Insel entsteht

Dort gab es nur ein Riff. Also legten Seeleute über Generationen nach jeder glücklichen Heimkehr Steine dazu, und alte oder erbeutete Schiffe wurden, mit Felsbrocken beladen, rund um das Riff versenkt. Langsam wuchs eine Insel aus dem Wasser. Im 17. Jahrhundert entstand eine Kirche, die später zum heutigen Bau erweitert wurde.

Die Fašinada

Jedes Jahr am 22. Juli bei Sonnenuntergang führen die Bewohner von Perast die Tradition fort. Geschmückte Boote werden zusammengebunden und zur Insel gerudert, und rundherum werden Steine ins Meer geworfen — die Insel wird ein Stück weiter befestigt.

In der Kirche

Kirche und kleines Museum zeigen Gemälde des Barockmalers Tripo Kokolja aus Perast sowie silberne Votivtafeln und Gaben von Seeleuten und ihren Familien. Die Stücke erzählen die Geschichte einer Seefahrerstadt, deren Wohlstand vom Meer abhing.

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